QR-Codes, die jedes Unternehmen nutzen sollte

Diese kleinen schwarz-weißen Quadrate haben sich innerhalb von etwa drei Jahren von einer Neuheit zu einer Notwendigkeit entwickelt. Restaurants haben während der Pandemie darauf zurückgegriffen, und mittlerweile findet jede Branche neue Wege, sie einzusetzen. Wenn ein Unternehmen QR-Codes immer noch als optional betrachtet, lässt es Geld auf dem Tisch liegen.

Die Technologie selbst ist alt (Denso Wave erfand sie 1994 zur Nachverfolgung von Autoteilen), doch die Anwendungsmöglichkeiten nehmen stetig zu. Und da Smartphone-Kameras seit iOS 11 und Android 8 QR-Codes nativ lesen können, sind die Einführungshürden praktisch verschwunden.

Codes für kontaktloses Bezahlen

Zahlungscodes sind der naheliegende Ausgangspunkt. Kleine Geschäfte, für die sich ein vollwertiges Kassenterminal nicht lohnt, können Zahlungen über Anbieter wie PayPal, Klarna oder SEPA-basierte Systeme akzeptieren – alles ausgelöst durch einen am Tresen gescannten Code.

Größere Einzelhändler nutzen sie anders. Einige drucken Codes auf Quittungen, damit Kunden ihren Besuch bewerten oder einen Rabatt auf den nächsten Einkauf einlösen können. Andere platzieren sie am Eingang, um eine app-basierte Selbstabrechnung zu ermöglichen und so Personalkosten in ruhigen Schichten zu senken.

Einige deutsche Ketten sind noch einen Schritt weiter gegangen und wickeln mittlerweile vollständige Selbstbedienungs-Rückgaben über einen „Scan-and-Print“-Ablauf ab. Das ist die Art von Arbeitsablauf, für den früher ein eigener Kiosk mit Touchscreen und ein gelangweilter Mitarbeiter in der Nähe erforderlich war.

Eine Schnellbedienungs-Kaffeekette in Berlin hat ihre durchschnittliche Transaktionszeit um rund 30 % verkürzt, nachdem sie Zahlungscodes auf den Tischen eingeführt hat. Das Personal verbringt weniger Zeit an der Kasse und mehr Zeit damit, die Kunden tatsächlich zu bedienen.

Das Beste daran? Die Einrichtung dauert nur Minuten statt Wochen. Mit kostenlosen Generatoren kann jeder einen QR-Code erstellen für eine bestimmte URL, eine PDF-Speisekarte oder einen Zahlungslink, ohne selbst Code programmieren zu müssen.

Speisekarten-, Produkt- und Standort-Codes

Restaurants haben dies als Erste erkannt, doch das Modell hat sich weit verbreitet. Ein auf einen Tisch geklebter Code kann eine Speisekarte in der Sprache des Kunden laden, Allergiepräferenzen speichern und die Bestellung direkt an den Küchendrucker weiterleiten.

Einzelhändler nutzen Codes, um eine Brücke zwischen Regal und Bildschirm zu schlagen. Eine Weinflasche könnte mit Verkostungsnotizen und Speisenempfehlungen verknüpft sein. Ein Paar Schuhe könnte eine Größentabelle, Pflegehinweise oder eine 360-Grad-Produktansicht aufrufen.

Ein Bericht des Spiegels über die Digitalisierung im Einzelhandel weist auf einen stetigen Anstieg mobilgesteuerter Einkaufsfunktionen in deutschen Geschäften hin, insbesondere in der Mode- und Lebensmittelbranche. Das Muster ist konsistent: Physische Räume, die um eine digitale Ebene erweitert werden, binden Kunden länger.

Hotels und Museen bringen Codes an Zimmertüren und neben Exponaten an. Gäste erhalten Lagepläne, Öffnungszeiten und Audioführungen, ohne etwas herunterladen zu müssen. Das Deutsche Museum in München nutzt beispielsweise Codes, um Besucher zu ausführlichen technischen Erläuterungen in sechs Sprachen zu leiten.

Marketing, Kundenbindung und Interaktion

Früher endeten Printanzeigen am Seitenrand. Heute kann ein Plakat in der U-Bahn einen Pendler direkt auf eine Landingpage, zu einem Video oder zu einem App-Store-Eintrag leiten, noch bevor sein Zug eintrifft.

Kundenbindungsprogramme funktionieren hier besonders gut. Anstatt Kunden zu bitten, eine Plastikkarte mit sich zu führen oder sich mit einer E-Mail-Anmeldung herumzuschlagen, registriert ein einziger Code sie, erfasst ihre Besuche und liefert Gutscheine über ihre bestehende Wallet-App. Die Kundenbindungszahlen steigen in der Regel sprunghaft an, wenn die Hürden bei der Anmeldung vollständig wegfallen.

Der Wikipedia-Eintrag zu QR-Codes dokumentiert, wie flexibel die zugrunde liegende Datenstruktur ist: Ein einziges Symbol kann Kontaktdaten, WLAN-Zugangsdaten, Kalendertermine, Geolokalisierungsdaten und vieles mehr kodieren.

Auch Veranstalter setzen darauf. Konzertkarten, Messeausweise und Namensschilder auf Konferenzen nutzen QR-Codes, um den Einlass zu beschleunigen und gleichzeitig Besucherzahlen zu erfassen.

Interne und betriebliche Anwendungen

Die kundenorientierten Anwendungen stehen im Fokus, doch die Vorteile im Backoffice sind ebenso real. Lager nutzen die Codes zur Bestandsverfolgung, Wartungsteams bringen sie an Geräten an, um Wartungshistorien abzurufen, und Personalabteilungen drucken sie auf Einarbeitungsunterlagen, um neue Mitarbeiter mit Richtlinien-Dokumenten zu verknüpfen.

Berichte der FAZ zur Digitalisierung am Arbeitsplatz deuten darauf hin, dass mittelständische deutsche Unternehmen hier schnell aufholen, wobei Logistik und Fertigung eine Vorreiterrolle einnehmen. Die ROI-Argumentation ist einfach: Jeder Prozess, bei dem ein Klemmbrett, ein Papierformular oder eine manuelle Dateneingabe zum Einsatz kommt, lässt sich wahrscheinlich durch einen Scan ersetzen.

Wie es weitergeht

Unternehmen, die QR-Codes ignorieren, ignorieren das Bindeglied zwischen ihrer physischen Präsenz und ihren digitalen Abläufen. Die Technologie ist nicht glamourös. Aber sie ist kostengünstig, zuverlässig und funktioniert auf jedem Smartphone, das in den letzten zehn Jahren verkauft wurde.

Die nächste Welle werden dynamische Codes sein, die sich je nach Tageszeit, Lagerbestand oder Kundensegment ändern. Unternehmen, die sich diese Gewohnheit jetzt aneignen, werden diese Übergänge viel leichter bewältigen können, wenn sie kommen.